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Früher war alles besser

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Als Student hört man immer wieder das Vorurteil, dass wir gar nicht mehr so wie die Generationen vor uns sind. Schön ist es auch, wenn man dann mit der 68er Generation verglichen wird. Warum wir uns denn nicht mehr politisch engagieren würden und überhaupt, die heutigen studentischen Gremien wären ja früher wegen Verrat an der Sache von den Studenten gestürzt worden.

Ich war jetzt etwa 2 Jahre im Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) als Vorstand eingebunden und kann hier zumindest ein wenig aus dem berichten, was Studenten und ihre Vertreter hier im Moment für Kämpfe führen. Mag es früher so gewesen sein, dass alle Studenten zusammen gegen die Politik gekämpft und für eine Veränderung der Gesellschaft eingetreten sind, oder zumindest gegen den Vietnam Krieg demonstriert haben, so ist es heute eher ein interner Kampf. Natürlich wird hier auch immer noch die Studentenschaft gegen die Politik und deren Kürzungen gekämpft, aber leider auch viel gegen andere Hochschulen im eigenen Bundesland, von bundesweiter Zusammenarbeit will ich lieber gar nicht erst reden, die habe ich in den zwei Jahren nie erlebt. Hier wird darum gekämpft für die eigenen Studenten an der eigenen Hochschule so viel wie möglich zu bekommen auch auf Kosten der anderen. Wenn man dann noch, so wie ich, an einer Hochschule studiert die gerade einmal 20 Jahre eigener Geschichte hat und auch noch die kleinste ist, dann wird gerne von allen versucht uns abzudrängen.

Der Vorteil den ich allerdings an dieser kleinen Hochschule erlebt habe, im Bezug auf die Studentische Vertretung, ist der fehlende politisierte Machtkampf. Während sich die Studentenparlamente (StuPa) an anderen Hochschulen aus verschiedenen Fraktionen zusammensetzen und dort nichts ohne Koalitionsbildung und kämpfen der Fachbereiche untereinander abläuft, ist es bei uns sehr entspannt gewesen. Intern haben wir hier fast immer an einem Strang gezogen und das Ziel war immer, für alle Studenten unserer Hochschule ein gutes Ergebnis zu erzielen. Denn im StuPa und auch im AStA waren die kleinen Reibereien der einzelnen Studiengänge und unser zwei Fachbereiche nicht ausschlaggebend. Die gab es natürlich auch, etwas anderes zu behaupten wäre gelogen, aber sie haben uns nie daran gehindert unsere Arbeit vernünftig zu machen und zwar für alle Studenten.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte ist der Machtkampf der einzelnen Hochschulen und vor allem auch deren Studenten untereinander. Das ist in meinen Augen nämlich zum Teil das vergiftet Erbe der 68er. Es wird hier nicht mehr um gute  Bedingungen für Studenten gekämpft, sondern es werden politische Grabenkriege geführt. Die Fraktionen die sich damals heraus gebildet haben bekämpfen sich immer noch, nur das heute niemand mehr so genau weiß wofür, außer das die Gegenseite natürlich im Unrecht ist und man natürlich die eigene Macht und den eigenen Einflussbereich erhalten muss.

Soviel zum Vorwurf, dass wir nicht mehr für unsere Ideale kämpfen. Das Problem ist einfach, dass die Ideale die sich die 68er auf ihre Fahnen geschrieben haben heute dazu führen, dass sich die Studentenschaft untereinander bekämpft. Ich will nicht mal unterstellen, dass sie das damals nicht beachtet haben, wahrscheinlich war es nicht mal abzusehen oder zu erkennen, dass es so kommen wird.

Alternativ wird uns auch vorgeworfen, dass Studenten früher ja noch losgezogen sind, sich die Welt angeguckt und Abenteuer erlebt haben und bei den heutigen Studenten bestehe das Abenteuer im Studium nur daraus, ob es in der Mensa Mittags zufällig etwas leckeres zu essen gibt.

Die Gegenfrage die ich dann gerne stelle ist aber auch, wie sollen wir denn Abenteuer erleben können, wenn uns das heutige Studiensystem kein Freiraum bietet. Wir haben kaum die Möglichkeit mal Kurse zu besuchen die uns über unser Studium hinaus interessieren, denn wir haben ja kaum genug Zeit all die Credits zu sammeln die wir brauchen um später unseren Abschluss zu bekommen geschweige denn, dass wir uns selbst einen Vorlesungsplan erstellen können oder dürfen. Wir müssen, anders als noch die Studentengenerationen vor uns unsere Klausuren und Prüfungsleistungen in einem festgelegten Zeitfenster bestehen, sonst ist nicht nur unser Studiengang für uns Geschichte sondern wir sind auch gleich für den kompletten Fachbereich in ganz Deutschland nicht mehr zugelassen, denn wir haben ja unsere drei Versuche pro Klausur und wenn wir es in diesen und den dafür festgelegten Zeitrahmen, im Falle meiner Hochschule sind das 3 Semester also 1,5 Jahre, nicht schaffen können wir unsere Sachen packen. Nicht zu vergessen ist hierbei allerdings auch, dass die Hochschulen vom Bildungsministerium dazu angehalten sind uns Studenten entweder in der Regelstudienzeit durch zu schleusen oder und auf die Finger zu treten, da wir dann zu viel Geld kosten was nicht mehr in die Bildung investiert werden kann. Mit diesem Wissen im Hinterkopf hat man gar nicht mehr die Zeit für Abenteuer. Man hat nicht mal mehr die Zeit dafür wirklich interessiert zu lernen, da über einem immer das Schwert der drei Versuche schwebt. Hier wird nur noch Auswendiglernen betrieben, wir nennen es auch liebevoll Bulemielernen, denn das meiste was man sich vor den Klausuren ins Hirn hämmert hat man 10 Minuten nach verlassen des Prüfungsraumes schon wieder vergessen.

Ich habe mir früher als Schüler studieren immer als etwas vorgestellt wo man auch mal über den Tellerrand gucken darf und soll und wo man auch eine gewisse Freiheit hat bei der Art seines lernen, leider war das ein reines Wunschdenken. Ich bin nun in der glücklichen Situation, dass mein Studiengang die beiden Dinge mischt, die mich interessieren und ich Freunde aus anderen Fachbereichen habe und auch so von dort einiges mitbekomme, was mich zumindest etwas näher an meinen damaligen Wunsch heran bringt.

Eine unangenehme Folge dieses verschulten Studiums ist allerdings, dass viele Studenten einfach nicht mehr selbstständig sind. So was lernt man hier ja auch kaum bis gar nicht, für alles werden einem Pläne und Termine vorgesetzt und man muss das alles nur noch abarbeiten. Man muss sich weder einen Kopf darüber machen wann man zu welcher Vorlesung geht, denn die stehen ja alle auf den Stundenplänen des jeweiligen Semesters, noch darüber in welchem Semester man denn welchen Kurs machen will, denn das ist im Studienablaufplan auch schon festgelegt und wer davon abweicht hat meistens ganz schnell Probleme und genau das ist dann auch der Grund warum man nicht mal eben ins Ausland geht oder sonst irgendwelche Abenteuer startet, es sei denn man will danach gleich noch das Abenteuer des nicht ins Schema-F passenden Studenten bis ans Ende seiner Studienzeit erleben.

Ich weiß, dass dieser Eintrag für alle nicht Studenten wahrscheinlich total langweilig gewesen ist, aber ich musste irgendwie mal meine Gedanken dazu los werden. Meine Sichtweise mag mit Sicherheit auch nicht die aller Studenten sein, ich kenne selber auch genügend die froh darüber sind, dass sie alles vorgesetzt bekommen und nur auswendig lernen müssen. Mir persönlich fehlt halt einfach das praktische und die Transferleistung um auswendig zu lernen wollte ich eigentlich nicht studieren.

 

Kommen und gehen

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Eigentlich wollte ich etwas über meine Hochzeit schreiben, die nun auch schon ein paar Tage zurück liegt und über einige andere Dinge dir mir in der letzten Zeit widerfahren sind, aber als ich gerade mal dazu gekommen bin mich durch die Feeds zu lesen bin ich auch wieder auf Blogs gestoßen auf denen schon lange nichts mehr passiert ist. Menschen, die man zwar nur von Twitter und aus ihren Blogs “kennt” die man aber gerne gelesen und sich mit ihnen ausgetauscht hat. In diesem Moment frage ich mich dann immer was bei diesen Menschen passiert ist, wie sich ihr Leben wohl verändert hat und was sie jetzt machen. Das ist ein wenig die Schattenseite von Bekanntschaften im Internet, die Wahrscheinlichkeit, dass man sich da noch mal über den Weg läuft und es auch wirklich auffällt sind doch eher gering.

Es gibt natürlich auch die andere Seite, Menschen die mich schon seit Jahren aktiv und passiv begleiten und immer noch da sind. Menschen die man zum Teil erst über das Internet kennen gelernt hat und die im günstigsten Fall nur in der nächsten größeren Stadt leben, wenn man nicht ganz so viel Glück hat auch nicht mal mehr im gleichen Land. Manchmal habe ich das Gefühl zwei Leben zu haben, eins was es digital gibt und ein privates kleines, dass ich nur mit wenigen Menschen teile. Im Großen und Ganzen ist dem auch so, nur das die Grenze für mich nicht mehr digital vs. privat ist sondern eher altes vs. neues Leben. Wenn ich auf die letzten 5-10 Jahre zurückblicke hat sich viel in meinem Leben geändert und auch ich habe mich sehr geändert, zumindest habe ich das Gefühl, dass ich ein anderer Mensch geworden bin. Nicht zwingend so, dass es jeder bemerken könnte, aber ich merke es an meinem Verhalten und vor allem auch sehr an meiner Gedankenwelt, dass ich nicht mehr der bin, der ich noch vor einigen Jahren gewesen bin.

Wenn ich das alles mal in Ruhe für mich sortiert bekomme und auch, nach den nun anstehenden Klausuren, wieder ein wenig mehr Zeit habe werde ich dazu sicher auch noch mal was schreiben und auch wie versprochen noch etwas über meine Hochzeit bloggen, nicht das mir Feuerengel und Nedo nachher noch böse sind.

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